Fair Fashion

Fair vs Fast Fashion

Seit dem Jahr 2000 hat sich die weltweite Textilproduktion mehr als verdoppelt und die Tragedauer der Kleidungsstücke dabei gleichzeitig halbiert. Fast Fashion-Unternehmen bringen bis zu 24 Kollektionen pro Jahr auf den Markt – ursprünglich waren es zwei bis vier Kollektionen pro Jahr, den Jahreszeiten entsprechend. Deutsche Verbraucher kaufen heute im Schnitt 60 Kleidungsstücke pro Jahr, tragen diese allerdings nur noch halb so lang wie vor 15 Jahren. Das Verhältnis zu unserer Kleidung hat sich verändert. Aus Gebrauchswaren wurden Verbrauchswaren, die viel zu oft und viel zu schnell im Müll landen. Allein in Deutschland werden pro Jahr eine Million Tonnen Altkleider als Spende entsorgt. Kleidung ist zu einem umweltschädlichen Wegwerfprodukt geworden.

Die Modeindustrie gilt als einer der größten Umweltverschmutzer der Welt. Derzeit verursacht die Textilproduktion jährlich 1,2 Milliarden Tonnen an CO2. Das ist mehr, als alle internationalen Flüge und Kreuzfahrtschiffe zusammen ausstoßen.

Nicht nur ökologische Ausbeutung, auch unmenschliche Arbeitsbedingungen gehören in dieser Branche zum Alltag. Das haben wir spätestens im Zusammenhang mit der Katastrophe von Rana Plaza im Jahr 2013 gelernt, als beim Einsturz einer Textilfabrik in Bangladesch 1.135 Menschen getötet und 2.438 verletzt wurden. Damals war die Produktion trotz bekannter Schäden am Gebäude aufrecht erhalten worden, indem die Arbeiter von den Fabrikbetreibern zur Arbeit gezwungen worden waren.

Hungerlöhne in den Produktionsländern, Chemikalien in den Textilien und geringe Qualität und Haltbarkeit machen billige Fast Fashion erst möglich.

Die Gegenstrategie heißt Fair Fashion oder auch Slow Fashion, Nachhaltige Mode, Sustainable Fashion, Eco Fashion usw. Wenngleich sich diese Begriffe im Hinblick auf ökologische oder ethische Verantwortung leicht unterscheiden, beziehen sie sich allgemein auf die Produktion aus umweltfreundlichen oder recycelten Materialien, faire Löhne, Rechte für Arbeiter, Umweltschutz, Verbot von Kinderarbeit, würdige Arbeitsbedingungen und einen möglichst geringen ökologischen Fußabdruck.

Fair Fashion bedeutet aber nicht nur biologische Produktion und fairen Handel neuer Kleidungsstücke , sondern auch einen bewussten Konsum, der Second Hand-Handel, Circular Fashion-Systeme, Upcycling, lokale Produktion, Selbst-Nähen, Kleidertausch, Capsule Wardrobes und Leihplattformen einschließt.